Kinder- und Jugendprophylaxe

Es ist allgemein bekannt, dass Eltern durch gesunde Ernährung einen Beitrag zum Wohlbefinden Ihres Kindes leisten können. Weniger bekannt ist, dass auch die gewissenhafte Mundhygiene der Eltern eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass ihre Sprösslinge gesunde Zähne behalten.

Denn ohne es zu wissen, können Eltern Karies verursachende Bakterien an ihre Kinder übertragen – zum Beispiel durch das Ablecken von Löffeln oder Lutschern. Ob bei einem Kind später Karies entsteht, hängt also auch von den Eltern ab. Aber natürlich ebenso von der Mundhygiene im frühen Kindesalter und dem Immunsystem des Kindes.

Fluoride

Ein gutes Mittel gegen Karies bei Kindern sind fluoridhaltige Zahnpasten. Die Zähne werden durch das Fluorid optimal „gehärtet“. Welche Konzentration und welche Anwendung für das Kind geeignet sind, besprechen die Eltern mit dem Zahnarzt. Lesen Sie hierzu unsere Aktualisierung zum Thema “fluoridhaltige Zahnpasten” vom Januar 2014.

Frühe Gewöhnung

Eltern sollten ihre Kinder so früh wie möglich an eine regelmäßige Zahnpflege heranführen – am besten direkt, wenn die Milchzähne durchbrechen. Empfehlenswert sind eine weiche, kleine Zahnbürste und Kinderzahnpasta.

Rundum sauber

Wichtig ist, dass alle Zahnflächen gereinigt werden. Am besten sollten die Zähne dabei immer in derselben Reihenfolge geputzt werden, z. B. nach der KAI-Methode: Kauflächen, Außen, Innen. Ein einfaches Prinzip für Kinder beim Zähneputzen sind kreisende Bewegungen. Eltern sollten zunächst gemeinsam mit dem Kind die Zähne säubern. Nach einer Eingewöhnungszeit reicht es dann, dem Kind lediglich beim Putzen zu helfen.

Ohne Kontrolle läuft nichts

Kontrolliert werden muss allerdings nach jedem Putzen. Und wenn notwendig, sollten Eltern selbst noch einmal zur Bürste greifen und die Zähne ihrer Kinder nachputzen.

Selbst aussuchen lassen

zahnbuerste - Kinder - zahnarzt essenWunder bewirkt, wenn die Sprösslinge beim Kauf der Zahnbürste selbst aussuchen und entscheiden dürfen. Tipp: Elektrische Zahnbürsten, zum Beispiel mit Musik-Timer, sind besonders beliebt. Ein weiterer Anreiz für die Kleinen ist, zu Hause aus mehreren bunten Zahnbürsten wählen zu können. Auch für die kleinen Zahnbürsten gilt: Weiche Kunststoffborsten und möglichst alle drei Monate wechseln. Wenn die Borsten krumm und schief stehen auch schon früher.

Lust auf Zahnpflege

Das A und O bei der Zahnpflege ist die Motivation der Jüngsten. Es gibt viele Hörspiele, Musikkassetten und gute Kinderbücher, die Kindern Lust auf das Zähneputzen machen.
Eine umfangreiche Sammlung finden Sie hier:
http://www.zahnaerzte-nr.de/kinderbuecher.html.

Eltern sollten ihre Kinder schon früh an einen routinemäßigen Zahnarztbesuch gewöhnen. Bei Kleinkindern sind Frühuntersuchungen aus verschiedenen Gründen sinnvoll und wichtig – unter anderem, um rechtzeitig mögliche Erkrankungen zu erkennen. Der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung sieht dazu für die 6- bis 17-Jährigen ein Individualprophylaxe-Programm vor.

Innerhalb dieses Vorsorgeprogramms werden

  • die Kariesanfälligkeit untersucht und bestimmt
  • Tipps zur Verbesserung der Mundhygiene gegeben
  • Kindern und Eltern mögliche Krankheitsursachen erklärt
  • wertvolle Hinweise für die tägliche Zahnpflege und zahngesunde Ernährung gegeben
  • Fluoridkonzentrate zum Schutz der Zähne auf den Zahnschmelz aufgetragen
  • Backenzähne zum Schutz gegen Karies versiegelt (Fissurenversiegelung) – Lesen Sie hierzu die wissenschaftlich abgesicherte Patienteninformation “Fissurenversiegelung” der AWMF.

Die Individualprophylaxe für 6- bis 17-Jährige ist Bestandteil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherungen. Es gibt jedoch zahlreiche weitere Maßnahmen für Kinder und Jugendliche, die zu den Privatleistungen zählen und nicht im Katalog der Krankenkassen enthalten sind, aber aus medizinischer Sicht sehr sinnvoll sein können. Über dieses erweiterte Leistungsspektrum informieren wir Sie gern.

Entwicklung der Zähne

Schwangerschaft

Die Anlage der Milchzähne in der sogenannten Zahnleiste beginnt bereits in der sechsten Schwangerschaftswoche. Bei der Geburt sind alle zwanzig Milchzähne im Kiefer voll entwickelt, aber noch nicht sichtbar.

Zahndurchbruch

Der Durchbruch erfolgt in der Regel ab dem vierten Lebensmonat. Dabei brechen die Unterkieferzähne vor den entsprechenden Oberkieferzähnen durch. Die ersten Milchzähne sind die mittleren Schneidezähne. Als letzte Zähne folgen dann die Milchbackenzähne im dritten Lebensjahr. Der Zahndurchbruch ist ein natürlicher Vorgang. Begleiterscheinungen wie Fieber, Erbrechen, Durchfall oder Unruhe können zeitgleich einhergehen, aber auch andere Ursachen haben. Ein verfrühter oder verspäteter Durchbruch der Zähne muss Sie nicht beunruhigen. Sollten Sie dennoch Bedenken haben, fragen Sie uns um Rat.

Schnuller oder Daumen?

Es gibt Schnuller in verschiedenen Ausführungen. Besser geeignet sind solche Schnuller, deren Form sich der Mundhöhle anpasst. Fachgeschäfte wie Apotheken und Drogerien beraten Sie gerne. Daumenlutschen und Saugen am Schnuller sollten im Kindergartenalter der Vergangenheit angehören. Bei Kindern, die auch noch danach am Daumen oder Schnuller lutschen, können Fehlbildungen entstehen, die sich negativ auf die Aussprache und den Biss auswirken. Die Folge sind oft sehr aufwändige und langwierige Regulierungen von Zahnfehlstellungen.

Milchzähne / Wechselgebiss

Ein voll ausgebildetes Milchgebiss besteht aus zwanzig Zähnen. Sie halten den Platz für die bleibenden Zähne frei und müssen deshalb sorgfältig gepflegt werden. Um das sechste Lebensjahr beginnt der Zahnwechsel: Der erste bleibende Backenzahn bricht in der Zahnreihe hinter den letzten Milchzähnen durch. Etwa zur gleichen Zeit lockern sich die Milchschneidezähne und beginnen auszufallen, um für die durchbrechenden bleibenden Zähne Platz zu machen. Der Fachausdruck dafür: Wechselgebiss.

Zahnwechsel / zweites Gebiss

In den folgenden Jahren – bis etwa zum 13. Lebensjahr – lockern sich die Milchzähne nach und nach, fallen aus und werden durch die bleibenden Zähne ersetzt. Außerdem verlängert sich die Zahnreihe: Denn etwa im 12. Lebensjahr brechen auch die zweiten bleibenden Backenzähne durch. Das fertig ausgebildete Gebiss zählt dann 28 Zähne. Erst nach rund drei Jahren ist der Zahnschmelz ausgereift und widerstandsfähig. In dieser Zeit sollte deshalb auf besonders sorgfältige und richtige Zahnpflege geachtet werden. Die Weisheitszähne kommen etwa ab dem 16. Lebensjahr. Oft reicht der Platz nicht aus, die Zähne stehen schief oder sind missgebildet. Deshalb müssen die Weisheitszähne gelegentlich entfernt werden.

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