Vorzeitiger Milchzahnverlust
Vorzeitiger Milchzahnverlust liegt vor, wenn ein Milchzahn mehr als ein Jahr vor dem Durchbruch des entsprechenden nachfolgenden bleibenden Zahnes verloren geht.
Da die Kieferknochen insbesondere in Phase des Zahnwechsels wachsen, ist bei Unregelmäßigkeiten in dieser Zeit mit Änderungen der Platz- und Größenverhältnisse
zu rechnen.
Die Einengung einer Milchzahnlücke führt meist zu einer Durchbruchsbehinderung des bleibenden Zahnes, so dass dieser später an einer anderen Stelle als eigentlich vorgesehen stehen wird.
Zur Wiederherstellung eines harmonischen Zahnbogens ist dann eine meist umfassende kieferorthopädische Behandlung notwendig.
Insbesondere bei folgenden Situationen ist mit einem hohen Risiko zur Lückeneinengung zu rechnen:
- Verlust eines Milchzahnes vor dem Durchbruch des ersten bleiben Backenzahnes
(6-Jahr-Molar) und vor Durchbruch der Schneidezähne - vorzeitiger Verlust des zweiten Milchmolaren
- Verlust des Milcheckzahnes bei Durchbruch des seitlichen bleibenden Schneidezahnes
- Verlust von zwei oder drei Milchzähnen in einer Kieferhälfte
Da die Tendenz zur Einengung einer Milchzahnlücke auch genetisch beeinflußt ist,
sollte nach Verlust eines Milchzahnes die Lücke beobachtet werden.
Ein Lückenhalter ist dann unbedingt erforderlich,
wenn sich die Zahnlücke nach sechs Monaten um 1mm eingeengt hat.
Er wird getragen, bis der entsprechende bleibende Zahn durchbricht
und den Platz der Lücke einnimmt.
Lückenhalter gibt es in verschiedenen Designs.
Je nach vorliegender Situation werden wir in Absprache mit Ihnen die
für Ihr Kind optimale Variante eines Lückenhalters wählen.

