Systematische Parodontalbehandlung

Eine Parodontalbehandlung ist keine Standard-Therapie, sondern immer ein individuell ausgerichteter Behandlungsplan in mehreren Stufen – abhängig vom Schweregrad der Parodontitis und anderen Faktoren. Die Parodontalbehandlung ist notwendig, um das Risiko eines Zahnverlustes zu minimieren – und damit die eigenen Zähne zu erhalten oder bei sehr problematischen Fällen wenigstens die Lebensdauer zu verlängern.

Vorbehandlung

Bei Verdacht auf Vorliegen einer Parodontitis wird eine so genannte Vorbehandlung durchgeführt. Sie besteht in der Entfernung des Zahnsteines, der weichen Beläge und sonstiger Reizfaktoren sowie in der Anleitung des Patienten zu richtiger Mundhygiene. Zwei bis drei Wochen nach Abschluss der Vorbehandlung wird entschieden,

  1. ob die Mitarbeit des Patienten ausreichend und ein Erfolg zu erwarten ist,
  2. ob die Entzündung am Zahnbett auf die ersten, lokalen Maßnahmen angesprochen hat,
  3. ob nach dem Rückgang der entzündeten Schwellung des Zahnfleisches (Pseudotaschen) noch Zahnfleischtaschen (über 2 mm) bestehen.

Therapie mit vielen Einzelmaßnahmen

Stellt sich nach der Vorbehandlung heraus, dass der Patient eine behandlungsbedürftige Parodontitis hat, fertigen wir Röntgenaufnahmen aller Zähne an und erstellen einen individuellen Behandlungsplan. Diesen Behandlungsplan mit dem Befund des Patienten reichen wir bei der Krankenkasse ein. Nach der Bewilligung startet schließlich die Hauptbehandlung in mehreren Etappen. Hier werden die Ablagerungen in den Zahnfleischtaschen auf der Wurzeloberfläche der Zähne (Konkremente) und entzündliches Gewebe aus den Zahnfleischtaschen entfernt. Anschließend werden die Wurzeloberflächen geglättet und das Zahnfleisch eventuell remodelliert, um optimale Voraussetzungen für eine Ausheilung zu schaffen und weiteren Parodontitis-Erkrankungen vorzubeugen. Eine Parodontaltherapie, bei der – wie vor vielen Jahren – einfach Zahnfleisch entfernt wird, um die Taschentiefe zu vermindern, ist nicht mehr aktuell.

Nachuntersuchung / Recall

Regelmäßige Nachuntersuchungen des Patienten nach Abschluss der Behandlung sind wegen der Neigung zu Zahnfleischentzündungen grundsätzlich nötig. Die Nachuntersuchung dient auch dazu, die Mitarbeit des Patienten zu kontrollieren und ihn weiter zu motivieren. Gleichzeitig gibt sie uns die Gelegenheit, lokale Maßnahmen (z. B. Entfernung der harten und weichen Beläge) an einzelnen Zähnen zu wiederholen.

Langfristiger Erfolg

Der Erfolg einer Parodontalbehandlung hängt von mehreren Faktoren ab. Wie schnell und nachhaltig die Therapie anschlägt, liegt an der Schwere der Parodontitis, am Zustand des Zahnbetts, des Kieferknochens und der Zähne sowie an der Anzahl und Art der krankheitsverursachenden Keime und Bakterien. Eine Voraussetzung für den Erfolg jeder systematischen Behandlung ist die Mitarbeit des Patienten. Sie besteht in einer sorgfältigen und korrekten Mundpflege, in der regelmäßigen Zahnputzmassage des Zahnfleisches sowie in einem neuen Ernährungsbewusstsein und Kauverhalten – Faktoren, die für das Anschlagen der Therapie wichtig sind.

Kosten

Für gesetzlich versicherte Patienten: Vor einer Parodontalbehandlung muss ein Antrag bei der gesetzlichen Krankenversicherung gestellt werden. Bewilligt wird dieser Antrag nur dann, wenn der Zahnarzt eine gute Mundhygiene seines Patienten, positiv angeschlagene Vorbehandlungen und eine gute Prognose für den Erfolg der Behandlung nachweisen kann. In diesem Fall übernehmen die Krankenkassen nach ihren generellen Richtlinien alle anfallenden Kosten. Bei ungünstigen Voraussetzungen und einer unsicheren Prognose kommt die gesetzliche Krankenversicherung nicht für die Kosten auf. Private Versicherer übernehmen die Kosten für die PAR-Behandlung in der Regel völlig unproblematisch.

 

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