Parodontalbehandlung – Spezialleistungen

Die Parodontologie ist ein Fachgebiet innerhalb der Zahnmedizin, das sich in den vergangenen Jahren rasant weiterentwickelt hat. Dank innovativer Möglichkeiten können Zähne heute durch individuell ausgerichtete Parodontitis-Therapien besser und länger erhalten werden. Einige neue Behandlungsmethoden müssen sich zum Teil erst noch in der klinischen Anwendung bewähren bzw. in wissenschaftlichen Untersuchungen ihren Wirkungsgrad unter Beweis stellen. Andere werden jedoch schon heute in Zahnarzt-Praxen angewandt und sind die Grundlage für eine fortschrittlichere Diagnostik und Therapie. Welche Behandlung für einen Patienten geeignet ist, hängt von der speziellen Form, dem Verlauf und vom Schweregrad der Parodontitis ab.

Bessere Diagnostik

Im Rahmen einer ausführlichen Befundung erheben wir ggf. spezielle Indices wie zum Beispiel den Papillen-Blutungs-Index (PBI) und den Approximal-Plaque-Index (API), die in einem Hygienestatus aufgenommen werden. Mit den Ergebnissen kann das Ausmaß der Entzündung des Zahnfleischs festgestellt und der Mundhygiene-Zustand des Patienten bestimmt werden.

Mundhygiene

Um das Parodontitis-Risiko langfristig zu senken, ist ein individuelles Prophylaxe-Programm dringend zu empfehlen. Ein wichtiger Baustein dieser Individualprophylaxe ist die professionelle Zahnreinigung (PZR), bei der Zähne und Zahnfleisch gereinigt und gepflegt, Zahnstein, Plaque und hartnäckige Verfärbungen entfernt und die Zähne poliert werden. So können sich neue Bakterien nicht so schnell anheften. Idealerweise sollte jeder Patient zweimal im Jahr zur Individualprophylaxe gehen, um Parodontitis vorzubeugen.

Moderne Methoden

Moderne Therapiegeräte für die Parodontal-Behandlung wie zum Beispiel ultraschallgetriebene Instrumente oder Lasergeräte arbeiten heute sehr gewebeschonend.

Spezialverfahren Laser

(der Laser wird hier zusätzlich zur manuellen Parodontalbehandlung eingesetzt und ersetzt diese nicht!):

  • weniger Anästhesiemittel notwendig
  • Lockerung der subgingivalen Konkremente durch Flüssigkeitsentzug, schnellere und leichtere Entfernung
  • Zeitersparnis bei der eigentlichen Behandlung
  • deutlich erhöhte Keimreduktion
  • geringerer & kürzerer postoperativer Schmerz
  • postoperativ deutlich geringerer Bakterienbefall der Taschen
  • Mundhygiene bald wieder möglich und dadurch bessere Ausheilung

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So genannte regenerative Verfahren machen es heute sogar möglich, in einigen Fällen verlorene Teile des Zahnhalteapparates zurück zu gewinnen. Mit Hilfe von Membranen, Knochenersatzmaterialien und wachstumsfördernden Medikamenten werden hierbei Kieferknochen und Gewebe wieder aufgebaut. Diese Operationen sind zwar aufwändig, sorgen jedoch für eine bessere Taschensituation und höhere Ästhetik, weil der Gewebeverlust verringert wird. Im Rahmen dieser mikrochirurgischen Verfahren kann auch die sog. rot-weiße (Zahnfleisch-Zahn) Ästhetik häufig wieder hergestellt werden.

Spezialverfahren Emdogain

Emdogain bildet durch Nachahmung des biologischen Vorgangs der natürlichen Zahnentwicklung eine unlösliche dreidimensionale Matrix, die eine selektive Zellkolonisierung ermöglicht. Durch zelluläre Wechselwirkungen leitet eine Kaskade von Ereignissen eine verstärkte Zellproliferation, die Synthese von Wachstumsfaktoren und die Zelldifferenzierung ein, die schliesslich zur Bildung der erforderlichen Hart- und Weichteilgewebe wie Wurzelzement, Parodontalfasern und Alveolarknochen führen.

Erklärung der Grafik:

  1. Anhaftung
    – An die gebildete Matrix lagern sich Zellen an
  2. Proliferation und Wachstum
    – Die Zellen breiten sich auf der Oberfläche aus.
  3. Bildung von Wurzelzement
    – Die Zellen bilden Wurzelzement mit eingelagerten Kollagenfasern
  4. Alveolarknochen
    – Gewebeverdichtung entlang der behandelten Wurzelfläche zeigt Neubildung von Knochen an

Diese Zusatz-Therapie ist nicht nur wissenschaftlich anerkannt, sondern wird von der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde empfohlen.

Viele der neuen, individuell auf den Patienten zugeschnittenen Parodontitis-Therapien sind nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen enthalten und darum Privatleistungen.

Antibiotika im Rahmen der Parodontalbehandlung?

Normalerweise führt bei einer Parodontitis die herkömmliche Parodontaltherapie, die mit verschiedenen Instrumenten die Zahnfleischtasche und insbesondere die Wurzel intensiv reinigt, zum Heilerfolg. Bei etwa zehn bis fünfzehn Prozent der Zahnfleischerkrankungen zeigen konventionelle Behandlungsmethoden jedoch nicht das gewünschte Therapie-Ergebnis. Ursache hierfür sind meist besonders widerstandsfähige Keime und Bakterien, die sich in den Zahnfleischtaschen befinden und die Entzündung immer wieder aufleben lassen. Eine unterstützende Behandlung mit speziellen Antibiotika kann in solchen Fällen helfen. Die Anzahl der Parodontitis verursachenden Bakterien wird dadurch reduziert und der Heilungsprozess gefördert. Antibiotika werden grundsätzlich nur in schweren Parodontitis-Fällen zur Behandlung eingesetzt.

Sie sind allerdings nie alleiniges Therapeutikum, sondern immer Teil eines umfangreichen Behandlungskonzeptes. Damit die medikamentöse Behandlung schnell und wirksam anschlägt, sollten im ersten Schritt die Bakterien in den erkrankten Zahnfleischtaschen analysiert werden. Dem Ergebnis entsprechend wird das Antibiotikum ausgewählt. Es kann dann entweder in Tablettenform verabreicht oder direkt in die Zahnfleischtasche eingebracht werden – als Fäden, Gel oder Chips.

Für einzelne Taschen ohne generelle Parodontitis gibt es eine weitere Behandlungsmöglichkeit ohne Antibiotika mit einem abgerundeten Chip aus Chlorhexidin-Digluconat, der über 2 Wochen konstant seine antibakterielle und desinfizierende Wirkung in der Tasche abgibt: Der PerioChip kann einfach und ohne Betäubung in die Tasche eingelegt werden.

 

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