Skaten, boarden, Risiko!

Die Zeiten von Turnvater Jahn sind endgültig vorbei. Heute begeistern Trendsportarten wie Mountainbiking, Rollerblading oder Skate- und Snowboarding vor allem junge Sportler. Leider bleibt das gleichzeitig zunehmende Tempo auf Rollen, Rädern oder Boards nicht immer ohne Folgen. Wir registrieren seit Jahren einen deutlichen Anstieg von Zahnverletzungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

Ist das Tragen eines Zahnschutzes im Profisport teilweise vorgeschrieben, so werden im Amateurbereich – und speziell im Schul- und Freizeitsektor – nur selten eindeutige Hinweise gegeben. So sind die zunehmenden Zahnunfälle – gerade im Frontzahnbereich – auch kein Zufall. Doch bei Zahnverlust aufgrund von Unfällen ist es heute möglich, herausgeschlagene oder abgebrochene Zähne optimal wieder herzustellen und bei spezifischer Therapie sogar lebenslang zu erhalten. Voraussetzung ist allerdings ein ruhiges und überlegtes Verhalten nach dem Unfall. Wenn es zu einer starken Blutung kommt, hilft es oftmals, vorsichtig auf ein Stofftaschentuch zu beißen. Eine äußerliche Kühlung – beispielsweise mit Eiswürfeln – hemmt die Schwellung und den Schmerz.

Replantation?

Verloren gegangene Zahnteile oder Zähne müssen unverzüglich gesucht werden. Hat man sie gefunden, sollte man abgebrochene Stücke oder gänzlich herausgeschlagene Zähne möglichst feucht lagern. Den Zahn oder den Zahnpartikel kann der Geschädigte auch in seinem eigenen Mund aufbewahren, zum Beispiel unter seiner Zunge. Ist der Zahn wieder gefunden, sofort ab ins Taxi und zum nächsten Zahnarzt, empfehlen wir!

Wenn es zu einem Zahnverlust eines bleibenden Zahnes gekommen ist, kann ein Arzt ihn in vielen Fällen wieder einsetzen. Ordnungsgemäß transportierte und dann wieder eingepflanzte Zähne haben gute Überlebenschancen. Die Prognose für den Erhalt dieses Zahnes hängt von der Überlebensrate der Zellen des Zahnhalteapparates auf der Wurzeloberfläche und damit vom Zeitfaktor und vom Aufbewahrungsmedium ab. Der Zahn sollte nicht an der Wurzel angefaßt werden. Lesen Sie das Merkblatt!

Auch wenn der Zahn nicht wieder eingesetzt werden kann bzw. nur beschädigt ist, gibt es mittlerweile perfekte Möglichkeiten, eine unfallbedingte Zahnlücke wieder zu schließen:

Bei kleineren Defekten in Zahnschmelz oder Dentin werden heute Veneers verwandt. Bei Veneers handelt es sich um Verblendschalen aus Keramik, die einfach auf die Vorderseite der Zähne aufgeklebt werden. Der Zahn muss hierzu – im Unterschied zur Krone – nur ganz wenig abgeschliffen werden. Da das Veneer nur aus Keramik gefertigt wird, kommt es der ursprünglichen Zahnsubstanz – dem Zahnschmelz – vom Aussehen her sehr nahe.

Ist der ganze Zahn verloren, verhelfen heute Einzelzahnimplantate zu einem perfekten Zahnersatz. Jugendliche profitieren von dieser Methode allerdings nur, wenn ihr Gebiss schon ausgewachsen ist.

Sportmundschutz? Mit Sicherheit!

Neben den Trendsportarten bergen auch Klassiker wie Hockey, Kampfsport und Reiten ein hohes Risiko für Zahnverletzungen. Je nach Studie sind bis 39% aller Zahn- und Mundverletzungen auf sportliche Aktivitäten zurückzuführen. Rund 80% der Unfälle betreffen die oberen Schneidezähne. Aufgrund der häufig auftretenden Folgeprobleme ist in vielen Fällen eine lebenslange intensive zahnärztliche Betreuung nicht ausgeschlossen.

Das Tragen eines Mundschutzes beugt hier wirkungsvoll vor. Doch ob statische Gummischienen oder die von Laien angepassten sog. Boil & Bite Schienen aus verformbarem Material: Die oft ungenügende Paßgenauigkeit verhindert einen wirksamen Verletzungsschutz.

Individuell

Besser und auch komfortabler zu tragen ist dagegen ein individuell anhand von Zahnabformungen hergestellter Mundschutz. Atmung und Sprache werden so am wenigsten beeinträchtigt. Nach Vergleichsstatistiken ist das Verletzungsrisiko mit individuellem Mundschutz um den Faktor 60 geringer.

Exakte Abstimmung auf den Träger

Für den individuell angefertigten Zahnschutz wird ein Zahnmodell des Patienten hergestellt. Anhand des Abdrucks kann der Zahnschutz exakt angefertigt werden. Das garantiert den guten Halt beim Tragen sowie die auf die Sportart abgestimmte Dämpfung. Er bietet im Vergleich den höchsten Tragekomfort, einen optimalen Sitz und Schutz bei Krafteinwirkung. Die Verletzungsgefahr wird um den Faktor 60 herabgesetzt. Dies betrifft auch Lippen und Zunge. Es ist nachgewiesen, dass auch das Risiko einer Gehirnerschütterung stark verringert wird.

Anfertigung beim Zahntechniker

Nachdem ein Modell aus Gips angefertigt wurde, erfolgt die Anfertigung des Zahnschutzes durch den Zahntechniker unter Erwärmung und Druck. Zur Verwendung kommen Kunststoffplatten in den Stärken zwei und vier Millimeter, die geschmacksneutral sind und keine Stoffe in die Mundhöhle abgeben. Um die Dämpfungseigenschaften zu optimieren, werden heute verschiedene Platten miteinander kombiniert. Besonders wichtig: die Hygiene! Frisch desinfiziert, wird der Zahnschutz am Patienten angepasst und eventuell noch einmal korrigiert. Natürlich muss der Zahnschutz ebenso wie die eschützten Zähne regelmäßig gereinigt werden. Unmittelbar nach dem Tragen genügt fließendes Wasser. Nach dem Trocknen sollte eine spezielle Box zur Aufbewahrung verwandt werden. Wenn die nächste Trainingseinheit naht, wird der Zahnschutz mit einer Mundspüllösung oder einem milden Antiseptikum gespült. Zahnschutz im modischen Design Natürlich ist es bei Jugendlichen nötig, den Zahnschutz an das Wachstum anzupassen. Dies hängt vom Alter, individuellen Wachstum und Gebisszustand ab. Regelmäßige Kontrollen des Zahnschutzes sollten zusammen mit Routineuntersuchungen beim Zahnarzt erfolgen. Der Zahnschutz wird in den meisten Fällen im Oberkiefer getragen.

Modischer Gag: Der Zahnschutz kann ein- oder mehrfarbig angefertigt werden. Sogar Abbildungen oder Aufschriften können eingearbeitet werden. Dies ist ein Mittel, die Akzeptanz der Jugendlichen für den Mundschutz zu steigern. Aus einer medizinischen Vorsichtsmaßnahme wird ein cooles Sportgerät.

Die Kosten der Anfertigung eines individuellen Zahnschutzes liegen zwischen 120 und 180 Euro.

 

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