Kariesprophylaxe mit Fluoriden

BITTE LESEN SIE AUCH UNSERE AKTUELLEN INFOS ZU FLUORIDHALTIGER ZAHNPASTA, STAND JANUAR 2014!

Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- & Kieferheilkunde (DGZMK) von Prof. Gülzow, Prof. Hellwig und Prof. Hetzer

Eine ausgewogene Ernährung, zweckmäßige Zahn- und Mundpflege sowie die Anwendung von Fluoriden sind die drei Eckpfeiler zahnmedizinischer Prävention. Aufgrund aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse ist beim Einsatz von Fluoriden der lokalen Applikation (Anwendung durch direkten Kontakt mit der Zahnoberfläche) gegenüber der systemischen Zufuhr (Fluoridaufnahme durch Tabletten, Trinkwasser, Kochsalz usw.) der Vorrang einzuräumen.

Zahlreiche Untersuchungen haben in den letzten Jahren herausgestellt, dass Fluoride in erster Linie durch direkten Kontakt mit Zahnhartsubstanzen (lokal) karieshemmend wirken. Diese Erkenntnisse erfordern eine Anpassung der Empfehlungen zur Kariesprophylaxe mit Fluoriden:

Vor dem sechsten Lebensmonat sind aus zahnärztlicher Sicht keine Fluoridierungsmaßnahmen erforderlich. Mit dem Durchbruch der ersten Milchzähne sollten diese von den Eltern einmal am Tag mit einer höchstens erbsengroßen Menge fluoridhaltiger Kinderzahnpasta gereinigt werden. Dabei wird von der Anwendung von Zahnpasten mit Frucht- oder Bonbongeschmack abgeraten, um keinen Anreiz zum Herunterschlucken zu geben. Ab dem zweiten Geburtstag sollten die Milchzähne auf diese Weise zweimal täglich geputzt werden. Neben einem karies- und gingivitisprophylaktischen Effekt (vorbeugende Wirkung gegen Zahnfleischentzündungen) wird damit auch eine frühzeitige Gewöhnung des Kindes an die tägliche Mundhygiene erreicht. Eltern müssen das Zähneputzen bei Kleinkindern überwachen und bis in das Schulalter hinein die Zähne ihres Kindes nachputzen.

Zusätzlich zum Zähneputzen mit fluoridhaltiger Kinderzahnpaste wird die Verwendung fluoridhaltigen Speisesalzes empfohlen. Weitere Fluoridergänzungen sind im Regelfall nicht nötig.

Wird die Zahnpflege nicht mit fluoridhaltiger Zahnpaste durchgeführt und auch kein fluoridhaltiges Speisesalz verwendet, kann eine Fluorid-Supplementierung (=Ergänzung) mit Fluoridtabletten entsprechend dem angegebenen Dosierungsschema erfolgen. Dabei muss gewährleistet sein, dass die empfohlene Tagesdosis nicht überschritten wird. Eine Fluorid-Vergiftung ist dennoch nicht zu befürchten, da hierfür z.B. bei einem 15kg schweren Kind 300 Tabletten je 250mg notwendig wären.

Fluoridhaltiges Speisesalz sollte regelmäßig verwendet werden. Die lokale Anwendung von höher dosierten Fluoridlacken, -lösungen oder -gelen sollte nur nach zahnärztlicher Anweisung und unter zahnärztlicher Kontrolle erfolgen. Die häusliche Anwendung von Fluoridgelees und -lösungen sollte erst vom Schulalter an bei Kindern mit erhöhtem Kariesrisiko erfolgen.

Stellt der Zahnarzt bei einem Kind eine hohe Kariesaktivität beziehungsweise ein hohes Kariesrisiko fest, so müssen zusätzliche Maßnahmen erfolgen, um die Kariesgefährdung zu senken. Hierzu zählen insbesondere eine individuelle Ernährungsberatung sowie die Anwendung von keimreduzierenden Lacken, Gelen oder Spüllösungen.

Richtwerte für Fluoridergänzungen (mg Fluorid/Tag)

Alter Fluoridkonzentration im Trinkwasser
(Mineralwasser), mg/l
< 0,3 0,3 – 0,7 =- < 0,7
0 – 6 Monate
6 – 12 Monate 0,25
Ab 1 – unter 3 Jahre 0,25
Ab 3 – unter 6 Jahre 0,50 0,25
> 6 Jahre 1,00 0,50

1 Stück D Fluoretten 500 enthält ein Äquivalent von 0,25mg Fluorid.

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