Individualprophylaxe für Erwachsene

Um die eigenen Zähne lange gesund und schön zu erhalten, reicht die Zahnpflege zu Hause oft nicht aus. Denn Karies und Parodontitis treten besonders leicht da auf, wo die Zahnbürste nicht hinkommt. Der Konsum von zuckerhaltigen Speisen und Getränken fördert die Entstehung von Karies – die Selbstreinigungskräfte des Körpers sind nämlich nicht stark genug, um die für die Zähne gefährlichen Säuren unschädlich zu machen.
Und erste Anzeichen für eine Karies (Schmerzen oder Überempfindlichkeit) oder Parodontitis (z. B. Zahnfleischbluten oder Mundgeruch) werden nicht selten ignoriert. Sinnvoll ist darum eine ergänzende Vorsorge – die so genannte Individualprophylaxe.

Warum?

Das Ziel eines solchen Prophylaxe-Programms ist, der Entstehung von Karies und Parodontitis gezielt vorzubeugen. Die Individualprophylaxe ist ein Vorsorge-Paket, das gezielt auf jeden einzelnen Patienten abgestimmt wird. Mit Hilfe einiger Tests können Mundhygiene-Werte (Indizes) ermittelt werden, die zeigen, wie und an welchen Stellen im Gebiss ein Patient für Karies oder Parodontitis anfällig ist.

Anhand dieser Ergebnisse klären wir über mögliche Krankheitsrisiken auf und zeigen jedem Patienten seine „Problemzonen“. Hinzukommen u. a. auch eine Ernährungs-Beratung und Mundhygiene-Tipps. Dabei lernt der Patient den Umgang mit Mundhygienehilfsmitteln wie Zahnseide oder Interdentalbürstchen und erhält ein auf ihn maßgeschneidertes Mundhygiene-Programm mit Hinweisen zur richtigen Ernährung.

Professionelle Zahnreinigung

Der zweite Schritt in der Individualprophylaxe ist eine professionelle Zahnreinigung (PZR).  Diese Behandlung geht weit über die Zahnsteinentfernung im Rahmen der halbjährlichen Kontrolluntersuchung hinaus. Hierzu gehören folgende Schritte:

  •  Entfernung harter und weicher Beläge (Zahnstein und Plaque)

    sanfte Pulverstrahlreinigung, Bild Prodente e.V.

    sanfte Pulverstrahlreinigung, Bild Prodente e.V.

  • intensive Reinigung der Zahnoberflächen und besonders der Zahnzwischenräume
  • Entfernung von hartnäckigen Verfärbungen durch Tee, Kaffee, Rotwein oder Nikotin
  • Politur aller Zahnflächen, damit sich neue Bakterien nicht so schnell anheften können
  • Fluoridierung der Zähne, um sie widerstandsfähiger gegen Karies zu machen
  • regelmäßige Beratung und Motivation
  • Aufzeigen der individuellen Mundhygienedefizite

Besonders wichtig ist das individuelle Prophylaxe-Programm nicht nur für Patienten, die besonders kariesanfällig sind oder bereits an Parodontitis leiden. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass das Karies- und Parodontitis-Risiko durch eine regelmäßige Individualprophylaxe erheblich gesenkt wird, sodass diese Erkrankungen gar nicht erst entstehen. Den besten Rhythmus für die regelmäßige Vorsorgebehandlung sollten wir zusammen festlegen.

Kosten

Individualprophylaxe sowie professionelle Zahnreinigung im Erwachsenenalter sind Privatleistungen, deren Kosten von den gesetzlichen Krankenversicherungen nicht übernommen werden. Dies trifft leider ebenso auf die zweite Durchführung der Minimalmaßnahme „Zahnsteinentfernung“ im Kalenderjahr zu.

Im Bereich der Privatversicherungen & Beihilfe ist seit Anfang 2012 durch die neue Gebührenordnung endlich keine Unsicherheit mehr gegeben, die Leistung »professionelle Zahnreinigung« ist hier jetzt unter der Nummer GOZ 1040 ganz regulär enthalten und unterliegt glücklicherweise fast keinen Einschränkungen.

Zahnpflege

Zähne sollten lieber nur zweimal täglich intensiv geputzt werden als dreimal nachlässig. Besonders wichtig bei der Zahnpflege ist der Bereich am Zahnhals, der nahe am Zahnfleisch liegt. Er sollte sehr gründlich gereinigt werden, damit sich Bakterien und Keime nicht einnisten können.
Und wer jeden Abend die Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder anderen Hilfsmitteln säubert und darüber hinaus seine Zähne einmal in der Woche besonders intensiv putzt, leistet einen guten Beitrag, Karies und Parodontitis vorzubeugen.

Putzen

Mindestens drei Minuten sollte jeder Patient sich für jedes Zähneputzen nehmen. Hilfreich kann sein, die Zähne immer in derselben Reihenfolge zu  reinigen, zum Beispiel nach der KAI-Methode: zuerst die Kauflächen, dann die Zähne außen und abschließend innen.
Ideal dabei ist, die Zahnbürste mit wenig Druck über die Zahnoberflächen zu führen. Das bedeutet: Zahnbürste in die Faust nehmen und dabei sanfte Bewegungen ausführen – also kein Schrubben, um das Zahnfleisch zu schonen.

Bürste

Hart oder weich, manuell oder elektrisch – die ideale Zahnbürste lässt sich am besten mit dem Zahnarzt oder der Prophylaxemitarbeiterin gemeinsam bestimmen. Patienten sollten beim Kauf auf abgerundete Borsten achten, denn diese sind besonders sanft zum Zahnfleisch. Wichtig ist auch, dass die Zahnbürste regelmäßig gewechselt wird. Alle acht Wochen sollte eine neue Bürste zum Einsatz kommen, weil beschädigte Borsten das Zahnfleisch verletzen können – und die Reinigungswirkung nachlässt, sodass es leichter für Bakterien wird, sich einzunisten.

Fluoride sind erwiesenermaßen einer der Hauptgründe für den Rückgang der Karies in den Industrieländern. Darum sollten Patienten immer eine Zahnpasta mit Fluoriden wählen. Die Prophylaxemitarbeiterin oder der Zahnarzt beraten auch in Sachen Zahnpasta und Fluoride.

Hilfsmittel

Zahnseide, Zahnfloss und Interdentalbürstchen sind die Mundhygienehilfsmittel, die sich durchgesetzt haben. Mindestens eines dieser Hilfsmittel sollte regelmäßig angewandt werden, um die Zahnzwischenräume zu reinigen. Der Gebrauch der Mundhygienehilfsmittel muss geübt werden – am besten in der Praxis zusammen mit der Prophylaxemitarbeiterin.

Massgeschneidert

Neben den allgemeinen Grundregeln für die tägliche Mundhygiene sollte jeder Patient gemeinsam mit uns ein Zahnpflege-Programm entwickeln, das ganz individuell auf sein Gebiss abgestimmt ist. Denn jeder Mensch hat seine eigene Zahngeschichte. Manche Zahnprobleme erfordern zum Beispiel eine ganz bestimmte Putztechnik, andere besondere Mundhygienehilfsmittel. Wir zeigen Ihnen gerne, wie man Zähne gesund und strahlend erhalten kann.

Ein Hinweis zu Mundspülungen und -duschen:

Mundspülungen und Mundduschen entfernen die Beläge nicht ausreichend. Die schädliche Plaque wird durch das Duschen nicht entfernt! Gegen einen zusätzlichen Einsatz dieser Hilfsmittel ist allerdings nichts einzuwenden – eine Mundspüllösung sollte allerdings den Wirkstoff „Chlorhexidindigluconat“ enthalten.

Tipps & Tricks:

  • Mit der Briefwaage lässt sich der eigene Druck auf die Zahnbürste messen. Nicht mehr als maximal 150 g sollten dabei erreicht werden.
  • Auch bei elektrischen Zahnbürsten müssen alle Zahnflächen systematisch gereinigt werden.
  • Nach dem Genuss von sauren Getränken oder Speisen mindestens eine halbe Stunde mit dem Zähneputzen warten. So werden die säuregelösten Zahnbestandteile nicht weggeputzt.

Zahnreinigung in Essen

 

 

 

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