Bei leichter Ausprägung des Krankheitsbildes können mitunter vom Patienten selbst durchzuführende Maßnahmen zur einer deutlichen Linderung führen.

Wir informieren Sie gerne über die für Sie hilfreichen Methoden!

Dazu können gehören:

  • Stressabbau und gesunde Lebensweise
    Vielfach entstehen Fehlverhaltensweisen wie Zähneknirschen und -pressen als körperliche Reaktion auf Anspannung, Belastung und Streß. Redewendungen wie »die Zähne zusammenbeissen« sind hier leider geradezu wörtlich zu verstehen.
    Die Kaumuskeln können größte Kräfte erzeugen, welche die Zähne und auch die Kiefergelenke erheblich überbelasten, da körpereigene Schutzmechanismen in diesen Phasen nicht effektiv funktionieren. Nach nächtlichem Knirschen oder Pressen zeigen sich oftmals schmerzhaften Muskelverspannungen. Diese können sich als Kopfschmerzen am frühen Morgen äußern.
    Um eine langfristige Beschwerdefreiheit zu erreichen, ist es bedeutsam, für Ausgeglichenheit und Entspannung zu sorgen. Nur dies erlaubt einen ruhigen und erholsamen Schlaf ohne nächtliche Stressbewältigung.
  • Schonung
    Um Zähne, Kaumuskulatur und Kiefergelenke zu schonen, kann es sinnvoll sein, zeitweise auf harte Nahrungsmittel wie Äpfel, Brotkrusten, etc. zu verzichten. Ferner ist es oftmals hilfreich in Zeiten akuter Beschwerden langes Sprechen und weite Mundöffnung zu vermeiden. Ebenso sollte auf eine „Dauerbelastung“ durch Kaugummi kauen verzichtet werden.
  • Muskelübungen
    Um die Kaumuskulatur zu lockern und zu entspannen, können geradlinige Mundöffnungs- und Mundschlußbewegungen hilfreich sein. Dabei sollte ein Kontakt von Ober- und Unterkieferzähnen vermieden werden.
    Insbesondere bei konzentrierter Arbeit sollte man sich von Zeit zu Zeit vergegenwärtigen, ob die Kaumuskulatur entspannt ist oder die Zähne fest aufeinandergepresst werden. Die richtige Haltung ist die „Ruheschwebe“, in der sich die Ober- und Unterkieferzähne nicht berühren. Zwischen ihnen sollte ein Spalt von 2-3mm sein. Beobachtet man, dass die Zähne in den verschiedensten Situationen fest aufeinander gepresst sind oder aneinander reiben, sollte man anstreben, sich diese Verhaltensweise schnellstmöglich abzugewöhnen. Je häufiger man sich selbst beobachetet und korrigiert, desto größer der Lerneffekt.
    In manchen Fällen kann Selbstmassage der Kaumuskulatur oder abendliche feucht-warme Umschläge zur Entspannung hilfreich sein.
  • Schlafhaltung
    Seiten- und Bauchlage können die Kiefergelenke einseitig durch Druck belasten. Lindernd bei Beschwerden ist oftmals eine Rückenlage mit nicht zu hohem Kissen.

Craniomandibuläre Dysfunktion

Die Craniomandibuläre Dysfunktion ist ein Krankheitbild, welches multifaktoriell bedingt ist und auch therapiert werden muß. Die Behandlung erfordert eine enge Zusammenarbeit von Spezialisten unterschiedlicher Fachrichtungen.

Je nach Art und Schweregrad der Kiefergelenkserkrankung sowie der mitbetroffenen Strukturen können folgende Therapiemaßnahmen einzeln oder in Kombination durchgeführt werden:

  • Schienentherapie
    Therapeutische Aufbissbehelfe mit Präzisionskauflächen simulieren über einen längeren Zeitraum die gesunde Bissposition. Ist ein „Wohlbefinden“ beim Patienten eingetreten, können an den natürlichen Zähnen entsprechende Veränderungen vorgenommen werden. Im Falle einer notwendigen prothetischen Versorgung, werden die Eigenschaften der Schiene initial auf einen präzise hergestellten provisorischen und anschließend auf den endgültigen Zahnersatz übertragen.
  • Krankengymnastik und physikalische Therapie
    Mittels Einwirkung von Wärme bzw. Kälte können Beschwerden gelindert und die Muskulatur entspannt werden. Dank manueller Techniken im Rahmen der Krankengymnastik können die Kiefergelenke mobilisiert und muskuläre Verspannungen gelöst werden.
    Der Physiotherapeut vermag zudem, mögliche negative Auswirkungen der CMD auf die Wirbelsäule und das Becken zu untersuchen und ggfs. manualtherapeutisch zu behandeln.
  • Medikamente
    In der akuten Phase kann es mitunter erforderlich sein, schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente zu verordnen. In den meisten Fällen, ist dieser Zeitraum jedoch nur kurz und die Medikamente können bald wieder abgesetzt werden.
  • weiterführende zahnmedizinische Maßnahmen
    Die Regulierung des Biss kann in Form einer Einschleiftherapie, durch Versorgung mittels konservierender Restaurationen, durch das Eingliedern von Zahnersatz oder kieferorthopädisch erfolgen.
    Die Funktionstherapie erfordert zudem oftmals die Bereitschaft zur interdisziplinären Zusammenarbeit mit beispielsweise HNO-Ärzten, Neurologen, Orthopäden und Pysiotherapeuten um einen langfristigen Behandlungserfolg zu erreichen.

 

 

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