Hier finden Sie Informationen zu chirurgischen Eingriffen in der Zahnarztpraxis.

Allgemeine Tipps für die Zeit VOR und NACH chirurgischen Behandlungen:

Vorher: nur keine Panik !

Auch ambulante Behandlungen bedürfen manchmal einer Vorbereitung.

 

Antibiotika

 

  • Besonders bei bestehenden oder zu erwartenden Entzündungen ist u.U. die Einnahme von Antibiotika erforderlich. In diesem Fall teilen Sie uns bitte Unverträglichkeiten vorher mit. Eine Antibiotikaprophylaxe ist bei einigen schwereren Erkrankungen notwendig. Nennen Sie deshalb bitte solche Erkrankungen vor dem Eingriff.
  • Wenn Sie permanent Medikamente einnehmen, teilen Sie uns dies bitte mit; bei einigen Medikamenten ist u.U. die Absetzung im Zusammenhang mit dem chirurgischen Eingriff nach Abklärung mit dem Hausarzt sinnvoll.
  • Teilen Sie uns bitte auch mit, wenn Sie schwanger sind.

 

Letztes Mal…

 

  • Gab es bei ähnlichen Eingriffen schon einmal unangenehme Zwischenfälle (Ohnmacht, Schock, Nachblutung usw.) ? Haben Sie speziell nach der Betäubungsspritze schon einmal Probleme gehabt ? Bitte geben Sie uns Bescheid.

 

Ja, aber…

 

  • Klären Sie bitte vorab, ob der Eingriff Ihre Pläne für die nächsten Stunden oder Tage beeinflusst. Schwere körperliche Arbeit, Sport, Reisen oder Parties sind in bestimmten Fällen nicht zu empfehlen.

 

Und was ist, wenn…

 

  • Planen Sie den Termin so, dass Sie uns im Notfall möglichst am gleichen / folgenden Tag noch erreichen können. Hierzu sind Termine am Vormittag und bis zur Wochenmitte am besten geeignet. Wenn der Eingriff aus bestimmten Gründen abends oder vor dem Wochenende durchgeführt werden muss, merken Sie sich bitte die zentrale Notdienst-Telefon-Nummer für Essen (01805 – 986 700).

 

Allgemeine Tipps:

 

  • Gegen Schwellungen durch Bluterguss legen Sie am Behandlungstag am besten eine feucht-kalte Packung auf den betroffenen Gesichtsbereich.
  • Tablettenmissbrauch schadet vielen Körperorganen und Ihrem Kreislauf. Halten Sie sich bitte an unsere Empfehlungen und verwenden Sie auf keinen Fall „Lagerware“ von früher. Nehmen Sie kein Aspirin (ASS), sondern Ibuprofen oder Paracetamol.
  • Bei Einnahme von Antibiotika lesen Sie bitte den Beipackzettel. Vermeiden Sie auf jeden Fall körperliche Anstrengung und bei bestimmten Antibiotika direkte Sonne (Sonnenbank).
  • Rauchen ist schlecht für die Wundheilung. Insbesondere im Mund ist die Konzentration der Schadstoffe besonders hoch und die Hitze des Rauches ist ebenfalls von Nachteil. Beides zersetzt das wichtige Blutgerinnsel in der Wunde sowie die ersten, zarten Fibrinfasern, die am Ende zu Schleimhaut umgebaut werden sollen.

Nachher: Gute Besserung !

 

Die Spritze

 

  • Es gibt verschiedene Mittel, die zur Betäubung eingesetzt werden. Von der Wirkungsstärke und -dauer können sie verschieden sein. Auch Wirkungen auf Kreislauf und Blutdruck können stärker oder schwächer ausfallen. Fragen Sie bitte immer, ob Sie anschließend autofahren, körperlich arbeiten oder Sport treiben können.
  • Geklärt werden sollte auch, ob, wann und welche Medikamente gegen Nachschmerzen eingenommen werden können, ohne Ihren Organismus unnötig zu belasten.
  • Das taube Gefühl im Wirkungsbereich wird normalerweise noch eine Weile nach der Behandlung anhalten. In dieser Zeit besteht die Gefahr der Selbstverletzung von Zunge, Wangen oder Lippen. Am besten essen Sie erst nach Abklingen der Betäubung.

 

Nachblutung ?

 

  • Vermeiden Sie alles, was zu Nachblutungen aus der frischen Wunde führen könnte. Das heißt: Keinen Alkohol, Kaffee, schwarzen Tee oder heiße Getränke sowie Suppen trinken; keine kreislaufanregenden oder blutdrucksteigernden Medikamente einnehmen; keine Wundspülungen (das Blutgerinnsel ist wichtig für den Heilungsvorgang); nicht rauchen (o.g. Blutgerinnsel wird zersetzt, die Wunde heilt erheblich langsamer); keine Wärmebehandlung mit einem heißen Bad, Infrarot, Heizkissen oder Wärmflasche; keine Massage der Wunde mit Zunge, Lippen oder Fingern.
  • Lassen Sie sich durch Blut im Mund nicht erschrecken: ein Tropfen Blut färbt viele Tropfen Speichel rot und es sieht dann oft schlimmer aus, als es wirklich ist.
  • Kleine, sickernde Nachblutungen können oft sehr einfach und gut durch einen Druckverband gestillt werden. Das heißt: Beißen Sie auf zusammengefalteten, sauberen/sterilen Verbandsmull (falls vorhanden) oder notfalls auf ein sauberes, zusammengerolltes Stoff-Taschentuch. Verwenden Sie auf keinen Fall Papiertücher. Eine Kühlung des Wundbereiches ist nützlich und verhindert ebenfalls weitgehend Schwellungen.
  • Sollte allerdings im Pulsrhythmus frisches, hellrotes Blut aus der Wunde austreten, suchen Sie bitte uns oder den Notdienst (Info-Telefon: 01805 – 986 700) auf.

 

Wie soll ich pflegen ?

 

  • Die Wunde sollte in den ersten Tagen möglichst geschont werden. Deshalb kauen Sie härtere Speisen am besten mit der unversehrten Kieferseite.
  • Speisereste im Bereich der Wunde können durch leichte Spülungen oder mit einem Wattestäbchen entfernt werden. Die Zahnbürste oder Munddusche sind hierzu nicht geeignet.
  • Leichte Nachschmerzen am ersten und zweiten Tag sind normal. Sollten ab dem dritten Tag stärkere Schmerzen, Schwellungen oder Eiterungen (Geschmack) auftreten, kommen sie bitte zu einer (weiteren) Nachbehandlung.
  • Falls genäht wurde, ist die Entfernung der Nähte nach 7 bis 10 Tagen zu empfehlen. Zum Ende der Liegezeit dürfen Fäden sich auch schon einmal von selbst lösen.

 

Was ist anders ?

 

  • Leichte Behinderungen beim Kauen und Sprechen sind zunächst ganz normal, bis sich Zunge, Wangen und Lippen an das neue Gefühl gewöhnt haben. Sollten Sie den Mund nicht in der gewohnten Weise öffnen können (häufig nach Weisheitszahnentfernung) beginnen Sie einige Tage nach dem Eingriff mit dem Öffnungstraining.
  • Nach einer Zahnentfernung spüren Sie gelegentlich noch etwas Hartes am Rand oder in der Wunde. Dabei handelt es sich um Kieferknochen, der vorher die Wurzel umgeben oder zwischen zwei Wurzeln gelegen hat. Der Körper baut diesen Knochen in den folgenden Wochen allmählich um bzw. ab. Vormals entzündete Knochenteile können auch durch die Wunde abgestoßen werden.

 

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