Direkte Zahnfüllungen Wenn ein Zahn von Karies befallen ist, haben wir nur eine Möglichkeit: Mit einer Füllung die weitere Ausbreitung der Zahnkrankheit zu stoppen und den Zahn so zu behandeln, dass er seine Funktion wieder voll erfüllen kann. Ist das Loch nicht zu groß und noch ausreichend eigene Zahnsubstanz vorhanden, erhält der Patient in der Regel eine direkte Füllung. Direkt heißt diese Füllung, weil der Füllungswerkstoff direkt vom Zahnarzt in den Zahn eingebracht wird.

Der Vorteil von direkten Füllungen: Im Gegensatz zur Überkronung eines Zahnes, die bei größeren Schädigungen vorgenommen wird, muss vergleichsweise wenig eigene Zahnsubstanz geopfert werden. Die Behandlung dauert eine Sitzung und ist in der Regel ganz unkompliziert: Der Zahnarzt entfernt die Karies, legt eine so genannte Unterfüllung und bringt das Füllungsmaterial direkt in den Zahn ein. Mit welchem Material das Loch geschlossen wird, hängt vom Befund und der Position des kariösen Zahnes sowie den individuellen Ansprüchen des Patienten ab. Denn im Bereich der direkten Füllungen gibt es verschiedene Alternativen, die sich in Ästhetik, Haltbarkeit, Verträglichkeit und Preis unterscheiden.

Amalgam, der Klassiker

  • sehr stabil
  • aufgrund der hohen Belastbarkeit für den Backenzahnbereich geeignet
  • ästhetisch nicht akzeptabel
  • korrosionsanfällig
  • obwohl eine Gesundheitsschädigung durch Amalgam bis jetzt wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden konnte, ist es fraglich, ob eine Mischung aus 53% Quecksilber und 47% Silber, Zinn und Kupfer in der Mundhöhle verwendet werden sollte
  • die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen
  • wir verwenden Amalgam nur auf gesonderten Patientenwunsch

Komposit & Kompomer, zahnfarben und lichthärtend

  • zahnfarben
  • begrenzte Haltbarkeit
  • nicht für große Füllungen geeignet
  • sofort fertig und kontrollierbar durch Lichthärtung
  • im Kostenrahmen der gesetzlichen Krankenversicherungen sind nur einfache Materialien abgedeckt, keramikgefüllte High-Tech Füllungen sind zuzahlungspflichtig

Keramikgefüllte, indikationsabhängige Füllungen

  • aufwendiger Haftvermittler für mechanische und chemische Bindung an Zahnschmelz und Dentin
  • perfekt an die Zahnfarbe anzupassen
  • einzelne Schichten simulieren den Zahnaufbau
  • erhöhte Haltbarkeit durch Keramik-Füllkörper
  • sofort fertig und kontrollierbar durch Lichthärtung
  • gut polierbar, besonders glatte Oberfläche
  • wenig verfärbungsanfällig
  • im Bereich der gesetzl. Krankenversicherung Zuzahlung erforderlich

Inlays – laborgefertigte Füllungen mit der längsten Haltbarkeit

Goldinlay

Das Goldinlay ist der Klassiker unter den Inlays. Bei dieser Einlagefüllung, die sehr häufig bei Defekten im Seitenzahnbereich zum Einsatz kommt, handelt es sich um eine indirekte Versorgung. Das Gold wird demnach nicht direkt in den Zahn eingebracht. Die Gussfüllung wird statt dessen vom Zahntechniker nach genauen Vorgaben gefertigt und erst dann von uns in den vorbereiteten Zahn eingesetzt. Goldinlays sind aufgrund des sehr stabilen und hochwertigen Materials sowie der hohen Passgenauigkeit besonders langlebig.

Teamwork

Die Versorgung mit einem Goldinlay nimmt naturgemäß mehrere Behandlungstermine in Anspruch. Denn erst, wenn der Zahnarzt die Karies entfernt, den kranken Zahn beschliffen (präpariert) und eventuell eine Aufbaufüllung gesetzt hat, kann er mit Spezialmassen einen Präzisionsabdruck nehmen, der als „Vorlage“ für das spätere Goldinlay dient. Gegebenenfalls können zusätzlich noch einige aufwändige Maßnahmen zur Bissbestimmung (Funktionsanalyse) als Vorgaben für den Zahntechniker notwendig sein. Je mehr Informationen der Zahntechniker erhält, um so passgenauer kann er das Goldinlay anfertigen.

Bis das Goldinlay aus dem Labor zurück ist, vergehen meist einige Tage. Während dieser Zeit wird der Patient zum Schutz des Zahnes mit einem Kunststoffprovisorium versorgt. Und wenn das Goldinlay schließlich fertig ist, wird das Provisorium entfernt, der Zahn für das Einsetzen vorbereitet, das Inlay schrittweise geprüft, angepasst und dann mit einem Spezialzement unter gleichmäßigem Druck eingesetzt.

Goldinlays sind keine Vertragsleistung – das bedeutet, dass sie nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen zählen. Seit 1997 können wir aber wenigstens die Kosten der normalen Füllung bei Ihrer Krankenkasse anrechnen. Für Privatpatienten gelten die jeweils mit der Versicherung getroffenen Vereinbarungen.

Keramikinlay

Die kosmetisch optimale Versorgung bei Defekten im Seitenzahnbereich bietet das Keramikinlay. Der Grund: Es ist zahnfarben und wirkt wegen seiner besonderen Beschaffenheit sehr natürlich. Keramikinlays eignen sich besonders für Patienten, die ihre Zähne metallfrei restaurieren lassen möchten. Weitere Vorteile dieses Materials sind, dass es absolut glatt, sehr gut gewebeverträglich (biokompatibel) ist und sich durch eine hohe Verschleißfestigkeit auszeichnet. Keramikinlays gehören zu den indirekten Füllungen – sind also Einlagefüllungen, die im Labor gefertigt werden, bevor der Zahnarzt sie in den Zahn einbringen kann.

Hoher Aufwand für maximale Ästhetik

Parallel dazu wählt der Zahnarzt die ideale Farbe für das Inlay aus. Gegebenenfalls können zusätzlich noch einige aufwändige Maßnahmen zur Bissbestimmung (Funktionsanalyse) als Vorgaben für den Zahntechniker notwendig sein. Je mehr Informationen er erhält, um so passgenauer kann er das Keramikinlay anfertigen. Für den Zahntechniker ist dabei höchste Sorgfalt geboten, wenn er das Modell erstellt, die Keramik formt und sie schließlich brennt, denn Keramik ist ein sensibles Material.

Bis das Keramikinlay aus dem Labor zurück ist, vergehen meist einige Tage. Während dieser Zeit wird der Patient zum Schutz des Zahnes mit einem Kunststoffprovisorium versorgt. Und wenn das Inlay schließlich fertig ist, wird das Provisorium wieder entfernt, der Zahn für das Einsetzen vorbereitet und das Keramikinlay nach genauer Kontrolle von Passform und Randschluss mit einer speziellen, sehr zeitaufwändigen Adhäsivtechnik eingeklebt.

Keramikinlays sind die erste Wahl für Patienten, die viel Wert auf natürlich weiße Zähne legen und keine gold- oder silberfarbenen Blitzer beim Lachen oder Sprechen haben möchten. Eine Kombination mit Keramik-Teilkronen ist unter Nutzung der gleichen Materialien möglich. Vollkeramische Restaurationen gehören ebenfalls nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen. Daher erhalten unsere Patienten einen individuell ausgearbeiteten Heil- und Kostenplan.

 

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